Verluste aus dem Ausfall einer privaten Darlehensforderung

Seit der Einführung der Abgeltungsteuer sollte eine vollständige steuerrechtliche Erfassung aller Wertveränderungen im Zusammenhang mit Kapitalanlagen erreicht werden. Die Besteuerung erfolgt in der Regel mit einem pauschalen Steuersatz von 25%, wodurch allerdings der Werbungskostenabzug unterbleibt.

Steuerliche Berücksichtigung eines Verlusts aus einer Veräußerung einer Kapitalanlage ist zwar möglich, allerdings stellt nach Auffassung der Finanzverwaltung ein Forderungsausfall keine Veräußerung dar (BMF-Schreiben v. 18.1.2016, Rz. 60). Auch durch die bisherige Rechtsprechung sah sich die Finanzverwaltung in dieser Auffasung bestätigt.

Mit dem Urteil vom 24.10.2017 (VIII R 13/15) hat jedoch der Bundesfinanzhof seine Rechtsprechung geändert und entschied, dass der Verlust aus einem endgültigen Ausfall einer Kapitalforderung auch in der privaten Vermögenssphäre in den Zeiträumen nach Einführung der Abgeltungsteuer berücksichtigt werden kann. Voraussettzung hierfür jedoch ist, dass der Forderungsausfall endgülig ist. Alleine die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen des Schuldners reicht dabei nicht aus, um die Endgültigkeit des Forderungsausfalls zu belegen. Die Ablehnung der Eröffnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse soll dagegen für die steuerliche Berücksichtigung ausreichen.

Die Finanzverwaltung schließt sich dieser Auffassung nicht an und möchte den Urteil nicht über den entscheidenden Sachverhalt hinaus anwenden. Im Rahmen eines gerichtlichen Rechtsbehelfsverfahrens hat man hier jedoch trotzdem gute Chancen, dass bei einem vergleichbaren Sachverhalt vergleichbar entschieden wird.

Inwieweit die o.g. Grundsätze auf ein Forderungsverzicht anwendbar sind, hat der BFH ausdrücklich offen gelassen.

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